Burgfest
der Wetzlarer Rotary-Familie auf Hohensolms
Burgfest der
Wetzlarer Rotary-Familie auf Hohensolms
Im
Marstall der Burg, wo das Essen eingenommen wurde, begrüßte Präsident Platt bei
herrlichem Wetter eine große Anzahl rotarischer Freunde. 34 Erwachsene und 13 Kinder nahmen an diesem
Burgfest auf der Jugendburg in Hohensolms teil. Als Gast konnte unser Präsident
Frau Gent willkommen heißen.
Während
sich die erwachsenen Freunde nach dem Essen durch Frau Graipner-Bernhardt,
Mitarbeiterin der Evangelischen Kirche, die Geschichte der Burg Hohensolms
erklären ließen, der sich eine Besichtigung anschloss, hatten die Kinder ein
eigenes Burgprogramm, das von Mitarbeitern der Evangelischen Kirche
zur Freude der Kinder keine Langeweile aufkommen ließ.
Die Geschichte dieser Burg:
Die
Hügelburg wurde um 1350 durch die Grafen von Solms erbaut. Sie ersetzte die
1349 durch die Reichsstadt Wetzlar zerstörte Burg Alt-Hohensolms, die rund 2
Kilometer weiter südlich auf dem Altenberg (nicht zu verwechseln mit Kloster
Altenberg) lag. In den Auseinandersetzungen mit der Reichsstadt Wetzlar wurde
die Burg 1356 und 1363 teilweise zerstört. Mit dem Tode des Grafen Johann III.
von Solms – Burgsolms (1405 – 1415) starb diese Linie der Grafen von Solms aus.
Burg und Herrschaft kamen an den Grafen Bernhard II. von Solms-Braunfels (1409
– 1459). Durch eine erneute Teilung im Jahre 1420 kamen Burg und Herrschaft an
die Herren von Solms – Lich. Graf Reinhard I. von Solms – Lich (1544 – 1562)
ließ die Burg um die Mitte des 16. Jahrhunderts schlossartig ausbauen. 1579
teilten sich die Grafen von Solms – Lich in die Linien Lich, Hohensolms und Butzbach.
Die Anlage wurde Residenz der Grafen von Solms – Hohensolms. Mit dem Erlöschen
der Linie Solms – Hohensolms im Jahre 1600 kam die Anlage zu gleichen Teilen an
Solms – Lich und Solms – Butzbach. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage
zerstört und nur zum Teil wieder aufgebaut. Während die Grafen von Solms –
Butzbach ihren Teil wiederherstellten, ließen die Grafen von Solms – Lich ihren
Teil verfallen. Die Anlage diente noch bis 1718 als Residenz. In diesem Jahr
verlegte Graf Friedrich Wilhelm von Solms – Hohensolms (1707 – 1744) seinen
Wohnsitz nach Lich, um dort das Erbe des verstorbenen Grafen Hermann Adolf
Moritz von Solms – Lich (1650 – 1718) zu übernehmen. Dadurch entstand die Linie
Solms-Hohensolms-Lich. Die Anlagen wurden in der Folge nur noch unregelmäßig
als Witwensitz bzw. Sommersitz genutzt. Von 1924 bis zu ihrer Auflösung im
Jahre 1936 übernahm die Christdeutsche Jugend die Anlage als Bundesheim. Von
1943 – 1946 waren in den Gebäuden Flüchtlinge untergebracht. Seit 1952
unterhält die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verschiedene
Einrichtungen – überwiegend zur Jugendarbeit – in der Anlage (auch
wenn kurioserweise die Burg auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland
liegt).
Nach
der geschichtlichen Exkursion und der anschließenden Besichtigung, bei der die
eine oder andere Anekdote von Frau Graipner-Bernhardt zum Besten gegeben wurde,
stärkten sich die Freunde an einer reichlich gedeckten Kuchentafel im Burghof,
der sich eine gemütliche Plauderrunde bei einigen Gläschen
Wein anschloss.
Alle
Teilnehmer waren sich einig, dass dieses liebevoll organisierte Burgevent ein
gelungenes rotarisches Familienfest war.
(Heinz Dorfmüller)
Montag, 30. August 2010/web766
Letzte Änderung: 09.11.10/web766