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Nach einleitenden Worten des Präsidenten des RC Main-Taunus Dr. Henri Henftling sowie von Bürgermeister Christian Seitz, die sich für den großen Zuhörerzuspruch bedankten - der Erlös der Veranstaltung, die auch vom Musikforum Kriftel unterstützt wurde, geht an die SIT, Selbsthilfe im Taunus, und die neugegründete Bürgerstiftung Kriftel - übernahm Professor Matthis Fuchs das Wort.
Matthias Fuchs, Professor an der Hochschule für Musik in Mainz, erläuterte in der ihm eigenen Art das Verhältnis Franz Liszts zu seinem Publikum. Liszt brauchte die Nähe, die Resonanz seines Publikums, das ihn oft fast hysterisch feierte.Was auch heute noch nachzuempfinden ist, denn die Kompositionen dieses großartigen Künstlers zählen immer noch zu den technisch anspruchsvollsten und bedeutendsten Werken der Musikliteratur. Viele seiner Werke spielte der einmalige Pianist intuitiv - ein faszinierendes Beispiel stellte Matthias Fuchs während seines Vortrags (Gesprächs) vor: La Campanella. Hier wird enorm viel Fingerfertigkeit verlangt und die Triller und Sprünge bereiteten Fuchs sichtlich Freude während seines Spiels.

Die kleinen Anekdoten und Informationen, sei es bezüglich Liszts Lehrer Czerny, Alfred Brendel und anderer Pianistenkollegen oder das Publikum im Besonderen und Allgemeinen, die Matthias Fuchs spannend vortrug, machten das Kriftleler Publikum neugierig auf das Hauptwerk des Gesprächskonzertes: die Klaviersonate in h-moll, aus der der Pianist vorab einige Passagen vortrug und erklärte. Diese Sonate wird selten aufgeführt, stellt sie doch höchste Anforderungen an den Interpreten.
Nach einer kleinen Pause lauschte das Publikum einem brillanten Pianisten und einem brillanten Werk Franz Liszts. Schon mit dem ersten Ton wurde der Bogen aufs Äußerste gespannt. Die Sonate beginnt mit nur einem Ton und einer Pause.

Die Spannung wuchs und wurde bis zum Ende gehalten - die Sätze der Sonate gehen ohne Pause ineinander über. Dieses Werk - wohl das einzige, das Liszt präzise bearbeitet hat - steckt voller Veränderungen: Staccati, Triolen, Liszts geliebter Sept-Akkorde, Wucht, Leichtigkeit, Cantabili, choralartigem Thema, Fuge, simplen Tonleitern, Kadenzen, Rezitativ. All die Gegensätze tragen zu einer unnachahmlichen Dramatik bei, die Matthias Fuchs mit Können und Musikalität vorzutragen wußte. Lang anhaltender Applaus nach einer kurzen atemlosen Stille zum Ende des Vortrags waren dem Künstler gewiss, ebenso wie der Applaus für die Zugaben: zwei Liszt Perlen!
Genauso wie Franz Liszt weiß Matthias Fuchs sein Publikum zu verzaubern, unterwerfen, verführen und zu beherrschen. Schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Benefizkonzert mit Prof. Matthias Fuchs und sind gespannt, welcher Meister und welche Werke dann von ihm vorgestellt werden.
(Quelle: C. Dettmar)
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