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Horst Thias
Abschied von einem in jungen Jahren schwer geprüften Rotarier

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Unser Freund Horst Thias ist am 8. März 2010 nach kurzer, schwerer Krankheit im hiesigen Wohnstift, am Weinberg 39, im Alter von über 86 Jahren für immer von uns gegangen. Er gehörte unserem Club seit dem 5. Juni 1978, also fast 32 Jahre an.
Nachruf für Horst Thias
Liebe rotarische Freundinnen und Freunde,

Unser Freund Horst Thias ist am 8. März 2010 nach kurzer, schwerer Krankheit im hiesigen Wohnstift, am Weinberg 39, im Alter von über 86 Jahren für immer von uns gegangen. Er gehörte unserem Club seit dem 5. Juni 1978, also fast 32 Jahre an. Er soll den Wunsch geäußert haben, in aller Stille beigesetzt zu werden. Ein Grund dafür, warum wir so spät von seinem Tode Kenntnis erhalten haben. Eine Todesanzeige oder sonstige Bekanntmachung gab es nicht. Den letzten Kontakt mit ihm hatte wohl Freund Leber, als er durch ihn vom Tode unseres Freundes vom Bruck am 15. Januar 2010 unterrichtet wurde. Dabei konnte Freund Leber auch erfahren, dass es ihm persönlich nicht gut gehe und er wegen mehrerer Krankheiten behandelt würde.

In den letzten Jahren, insbesondere nach dem Tod seiner Frau, war es um ihn still geworden. Dennoch hat uns der plötzliche Tod alle sehr betroffen gemacht. Am 18. März 2010 hat ein evangelischer Trauergottesdienst in der Kapelle des Hauptfriedhofes im engsten Kreise stattgefunden. Die Andacht hielt ein Pfarrer des Wohnstifts. Im Anschluß an den Trauergottesdienst erfolgte die Urnenbeisetzung.

Freund Thias wurde am 29. August 1923 in Nordhausen am Harz geboren. Er besuchte dort die Grundschule von 1929 bis 1932, danach das Realgymnasium von 1933 bis 1939. Es folgte die Wirtschaftsoberschule von 1940 bis 1941 mit dem Abschluss des Wirtschaftsabiturs. Anschließend absolvierte er ein zwei Semester währendes Studium der Betriebswirtschaft in Frankfurt/Main bis 1942. Das Studium musste er vorzeitig beenden, weil er zur Wehrmacht einberufen wurde.

Die Wehrmachtsausbildung erhielt er als Artillerist in MühlhausenfThüringen. Der Einsatz erfolgte an der Ostfront als Kradmelder, danach als Geschütz- und Zugführer, später wurde er Batterieführer im Offiziersrang. Nach einer schweren Verwundung und durch hohe Verluste, die zur Auflösung seiner Einheit führte, kehrte er nach Mühlhausen zurück. Nach Beendigung des Genesungsurlaubs und kurzfristiger Tätigkeit als Ausbildungsoffizier wurde er zum Einsatz auf dem Balkan beordert. Zunächst als Abteilungsadjutant in Griechenland
mit Teilnahme an mehreren Rückzugsgefechten. Hier erlitt er seine zweite Verwundung und wurde von russischen Einheiten gefangen genommen. Es gelang ihm die Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft. Er floh gen Westen und stellte sich dann freiwillig in einem englischen Gefangenenlager in Kärnten. Hier wurde er kurze Zeit nach Beendigung des Krieges 1945 aus der Gefangenschaft entlassen und kehrte nach Nordhausen zurück.

Wegen dortiger Perspektivlosigkeit floh er 1946 in die Bundesrepublik Deutschland. 1947 heiratete er seine Frau Irmgard, geborene Berneburg. Er hinterlässt eine Tochter und einen Sohn.

Der berufliche Werdegang begann 1946 als Gärtnereiarbeiter. Danach erwarb er einen Lkw und machte sich als Fuhrunternehmer selbständig. 1950 erfolgte der Eintritt in die VW-Verkaufsorganisation. Nach zufriedenstellenden Erfolgen trat er 1956 in die Großalmeroder Schmelztiegelwerke Becker & Piscantor, Großalmerode, als Verkaufsleiter ein. 1957 wurde er zum Prokuristen ernannt, 1960 zum Verkaufsdirektor. Wegen seiner außerordentlich guten Erfolge wurde er 1971 zum alleinigen Geschäftsführer dieser Gesellschaft berufen.
Einige Jahre später wechselte er in den Vorstand der Muttergesellschaft VGT Vereinigte Großalmeroder Tonwerke AG. Nach 1979 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1985 bekleidete er das Amt des Vorstandsvorsitzenden.

Freund Thias hat die schweren Jahre des Krieges und der Verwüstung sowie die Entbehrungen und Nöte der Nachkriegszeit überlebt und überstanden und dabei nie den Mut, die Hoffnung und die Zuversicht sowie seine freundliche Art und sein zugängliches Wesen verloren.

Wir trauern um einen hochgeachteten Rotarier und eine erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeit. Wir werden Freund Horst Thias in unseren Herzen ein stetes Andenken bewahren.
Sonntag, 4. April 2010/web741
Letzte Änderung: 21.07.10/web741


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