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Die Welt kennenlernen...
Schüleraustausch durch Rotary

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Die Förderung der Jugend gehört zu den wichtigsten Zielen von Rotary International. Mit seinem Austauschprogramm wird jährlich bis zu 10.000 Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Damit ist Rotary die größte nicht kommerzielle Austauschorganisation weltweit. 
Der Jahresaustausch hat mit ca. 5.000 Jugendlichen den größten Anteil. Aus Deutschland nutzen pro Jahr ca. 400 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren diese Chance. Es nehmen in der Regel mehr als 30 Länder bzw. Regionen am Austausch teil, dazu gehören Lateinamerika, Mittelamerika, USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Taiwan, Indien, Europa... 
 
Die Ziele: 
Durch das Austauschprogramm soll Jugendlichen einerseits die Möglichkeit gegeben werden, ein neues Land, seine Bevölkerung und Lebensgewohnheiten, seine Kultur kennen zu lernen, und andererseits als Botschafter im Gastland über seine Heimat berichten zu können. Durch den Auslandsaufenthalt entwickeln sich die Jugendlichen als Individuen weiter, während ihr Weltbild mitwächst. Sie kommen mit umfangreichen Eindrücken über ihr Gastland und einem tieferen eigenen Selbstverständnis zurück. So ist es selbstverständlich, dass der Schwerpunkt des Programms auf der Kulturerfahrung liegt und nicht auf der Vertiefung einer Fremdsprache oder dem Erlangen von Examina, Diplomen oder Graduierungen. 
 
Das Auswahlverfahren: 
Das Auswahlverfahren ist inzwischen zertifiziert und beginnt, weltweit vereinheitlicht zu werden. Die Jugendlichen werden vom Jugenddienst des örtlichen RC etwa ein Jahr vor dem geplanten Austausch ausgewählt. Hierfür wird an den Gymnasien der Stadt geworben. Da sich auch die Internetseite des rotarischen Jugenddienst als Informationsmedium etabliert (www.rotary-jugenddienst.de) hat, melden sich Interessenten auch über diesen Weg beim RC. Der Jugenddienstbeauftragte überprüft in Einzelgesprächen mit den Bewerbern und auch dessen Eltern die Eignung für das Austauschprogramm. Im Anschluß finden ca. sechs „Orientations“ an verschieden Orten in Deutschland (teilweise mit den Eltern) statt. Hier werden die Jugendlichen auf den Austausch vorbereitet einschließlich Vermittlung eines Basiswissens über die deutsche Geschichte. Dort treffen sie auch auf die ausländischen Jugendlichen, die zurzeit in Deutschland sind (sog. Inbounds). Diese Inbounds haben u.a. die Aufgabe, für ihr eigenes Land zu werben und die deutschen Austauschbewerber (sog. Outbounds) für das jeweilige Land zu begeistern. 
 
Die Jugendlichen:
Anforderungen an die Bewerber sind u.a. mindestens Grundkenntnisse in der Sprache des Gastlandes (hier hilft ggf. ein Sprachkurs nach Kenntnis des zukünftigen Austauschlandes), Anpassungsfähigkeit, Aufgeschlossenheit, Selbständigkeit, Orientierungsbereitschaft, Kenntnisse über das eigene Land und das Gastland. Kurzum: die Fähigkeit, als Botschafter des guten Willens und der Völkerverständigung sein Heimatland in der Welt zu vertreten. Teilnehmen können Kinder von Rotariern wie auch Kinder aus nichtrotarischen Familien.
 
Die Eltern in Deutschland
Die Eltern gehen die Verpflichtung ein, für ein Jahr einen Jugendlichen im Haus aufzunehmen und wie ein eigenes Kind zu betreuen. Eltern müssen bereit sein, das eigene Kind für ein Jahr ins Ausland zu schicken und auch loszulassen. Das bedeutet, dass das Kind selbstständig wird und in den täglichen Entscheidungen unabhängig von den Eltern ist. Beide Aspekte - also die Aufnahme von Jugendlichen und das Loslassen des eigenen Kinds - werden in der Regel von den Eltern unterschätzt. 
 
Die Jugendlichen im Ausland:
Die Jugendlichen wechseln alle drei Monate die Familie (aber nicht die Schule oder die Stadt), um die unterschiedlichen Aspekte der familiären Kultur des Gastlandes kennen zu lernen. Der Lebensstandard entspricht dabei meist nicht dem aus Deutschland gewohnten, eine Tatsache, die eher für die leiblichen Eltern ein Problem darstellt. Es besteht Schulpflicht für das gesamte Austauschjahr. Die Jugendlichen nehmen am Unterricht teil, der ungefähr dem Level der 11. Klasse entspricht. Probleme ergeben sich in der Regel durch die Tatsache, dass sich die Schulsysteme und die Qualität des Unterrichts teilweise stark vom deutschen System unterscheiden. Außerdem wird die regelmäßige Teilnahme am Unterricht durch zwei bis drei mehrwöchige Studienfahrten der Inbounds unterbrochen. Diese Fahrten führen durch das jeweilige Gastland. Während der gesamten Zeit werden die Austauschschüler vom Jugenddienst des lokalen RC zusammen mit sog. Councelors betreut. Hierdurch ist gewährleistet, daß für Fragen oder Probleme immer ein Ansprechpartner vorhanden ist. 
 
Zurück in Deutschland: 
Die Jugendlichen erleben bei der Rückkehr meist den größeren Kulturschock als bei Beginn des Austauschs. Sie kommen als selbstständige Menschen zurück in die leibliche Familie, was auf beiden Seiten zu Anpassungsproblemen führen kann. Auch die „alten“ Freunde reagieren meist distanziert, nicht selten auch mit Neid. In der Schule können deutliche Defizite im Unterrichtsstoff resultieren durch die o.g. Gründe. Aus diesem Grund wiederholen ca. 50% der Rebounds die 11. Klasse. Beim RC Fulda-Paulustor mußte aber bisher kein Jugendlicher die Klasse wiederholen. Eine Änderung ergibt sich im Rahmen von G8, dann wird sicher ein Schuljahr zu wiederholen sein. Berücksichtigt man aber den Vorteil des einjährigen Auslandsaufenthalts für die Persönlichkeitsentwicklung und letztlich auch für den Lebenslauf, dann ist der diese zeitliche Verzögerung meist zu akzeptieren. 
 
Die Kosten für die Eltern: 
ca. 5.000 Euro, hierin enthalten eine Spende an den RC Fulda-Paulustor
 
Die Kosten für den Rotary-Club:
Durch eine Spende der Eltern an den RC in Höhe von ca. 1.600 Euro entstehen in der Regel keine relevanten Kosten für den Club. 
 
Zum Schulss:
Der Austausch wird von allen Beteiligten fast ausnahmslos positiv bewertet und ist eine Bereicherung für die Austauschschüler und die Familien. Für die Jugendlichen bedeutet es einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit, Weltoffenheit und Toleranz. Es ist meist das „beste Jahr des Lebens“.
 
Kontakt: 
Den Jugenddienstbeauftragten des Rotary-Club Fulda-Paulustor finden sie unter Vorstand / Jugenddienstbeauftragter. Mit einem Klick öffnet sich das Kontaktfenster.
Montag, 24. September 2007/web000
Letzte Änderung: 18.10.11/web734


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