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Sommerkonzert trifft Tokio auf New York
RC Büdingen lädt am 18.8.2010 in den Wappensaal in Gedern ein

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Besonders dankte Schepp ihnen auch dafür, dass sie auf den größten Teil ihrer Gage verzichteten, denn so fließt fast der gesamte Erlös des Konzerts sozialen Ein­richtungen der Region zu.

Bericht aus dem Kreisanzeiger vom 21.08.2010

Programm Sommerkonzert 2010


GEDERN (co). „Sie haben uns mit Ihrem Konzert beflügelt. Diese wunderbaren Klänge werden uns sicherlich die kommenden Wochen begleiten", dankte Dr. Dieter Schepp, Präsident des Rotary-Clubs Büdingen, den renommierten Musi­kern Keiko Kira und Vladimir Tsy­pin. Die Pianistin und der Violonist hatten die über 100 Zuhörer im Wappensaal des Schlosses beim Sommerkonzert des Clubs mit klas­sischen und zeitgenössischen Kom­positionen bezaubert.



Besonders dankte Schepp ihnen auch dafür, dass sie auf den größten Teil ihrer Gage verzichteten, denn so fließt fast der gesamte Erlös des Konzerts sozialen Ein­richtungen der Region zu. Die in Oberur­sel lebende, international gefragte Pianis­tin und Musikpädagogin ist Japanerin, Tsypin seit 28 Jahren Mitglied des welt­weit renommierten „New York Philhar­monie Orchestra" — davon 17 Jahre als Erster Geiger. So lautete das Motto des Kammerkonzerts auch „Tokio trifft New York — Ausgabe III", denn die beiden Künstler gestalteten das Sommerkonzert des Rotary-Clubs bereits zum dritten Mal.

Beide trugen Musik aus den Konzertsä­len der Metropolen in den Vogelsberg. Ki­ra und Tsypin präsentierten eine Romanze des russischen Komponisten Mikhail Glinka, drei Stücke von A. Louis Scarmo­lin, die europäische Premiere einer Sonate für Solo-Violine von John Sichel, ein Solo für Klavier von Alexander Scrjabin und drei Stücke von Peter Tschaikowski.

• Die Gäste, darunter auch Bürgermeister Stefan Betz, äußerten sich bereits in der Pause begeistert und belohnten die beiden Interpreten zum Schluss mit kräftigem Applaus. Die beiden Weltklasse-Musiker spielten wunderbar aufeinander abge­stimmt in perfekter Harmonie, was schon beim ersten Stück,. der Romanze von Glinkha, deutlich wurde. Sie waren schon mehrfach gemeinsam auf Tournee und ha­ben, wie Tsypin bei einem früheren ge­meinsamen Konzert lächelnd gestand, „a wonderful mental connection — eine wun­derbare mentale Verbindung". Die beiden traten mit ihren Instrumenten in einen Dialog, erzählten Geschichten, denen die Zuhörer konzentriert lauschten.

Faszinierend Tsypins betörend saube­res, glasklares Geigenspiel. Kontrastreich, von tiefen bis zu den höchsten und leises­ten Tönen. Von der „Süße" der Geige bis zur Melancholie, von kapriziös, rasant und fröhlich bis hin zu dunklen, schweren Stimmungen. Gleichermaßen faszinie­rend das gefühlvolle Spiel und der reine, akzentuierte Anschlag der Pianistin.

Die zierliche Japanerin, die schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt und an der Musik- und Kunstschule Büdingen unterrichtet, ist eine musikalische Power­frau, deren Hände mal langsam und stim­mungsvoll, dann wieder kräftig und voller Temperament über die Tasten tanzen. Das erste Stück von Scarmolin, eine Romanze, war ein träumerischer Ohrenschmaus, heim zweiten wurde eine eingängige Grundmelodie in mehreren Variationen wiederholt, während das dritte Stück flott und kapriziös daher kam. Im Anschluss wurden die Zuhörer Zeuge der europäi­schen Premiere einer Komposition von John Sichel, deren Welturaufführung Tsy­pin im Mai in Argentinien präsentierte.

Sichel schrieb das Werk 2009 eigens für Tsypin. Es begann mit einem ernsten und düsteren Präludium, gefolgt von einer kontrastreichen Tonvielfalt im zweiten Satz. Der dritte Satz war sofort heiter, schneller und höher. und das Finale brach­te kraftvolle und rasante Geschwindigkeit.

Nach der Pause spielte Keiko Kira ein Solo für Flügel des russischen Komponis­ten Skrjabin. Tiefe, kräftige. dynamische Läufe wechselten ab mit heiteren Tönen, gleichermaßen schnell gespielt oder als verträumtes heiteres Plätschern. Danach folgten drei gemeinsame Stücke von Tschaikowski: eine träumerische Medita­tion, eine lockere, heitere, sommerliche Melodie und ein eingängiges Scherzo.

Nach der Zugabe dankte der Rotary ­Präsident den Künstlern mit Blumen und Wein. Noch einmal zu hören sind die bei­den heute Abend ab 20 Uhr im Parksaal Bad Salzhausen. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 20 Euro.

Mittwoch, 11. August 2010/web720
Letzte Änderung: 24.08.10/web720


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