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Zur Geschichte des Rotary-Clubs Bad Wildungen - Fritzlar

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Bad Wildungen, der Einwohnerzahl nach im mittleren Bereich deutscher Mittelstädte in Nordhessen gelegen, unter den führenden Kur- und Badeorten aber einen deutlichen Spitzenplatz einnehmend, war bis zu Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts noch ohne angemessene rotarische Repräsentanz. Dies sollte sich alsbald ändern, als in Bad Wildungen selbst als auch in der Region Initiativen zur Gründung eines Rotary-Clubs zu vernehmen waren. So kam es im Jahr 1964 zur Charter des RC Bad Wildungen mit 21 Mitgliedern durch den Rotary-Club Kassel.

Es entsprach dem Charakter der Badestadt, dass von Anfang an zahlreiche Mediziner unterschiedlichster Fachrichtungen, Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen im Club Aufnahme fanden. Demzufolge boten vornehmlich Themen der Kur- und Rehabilitationsmedizin reichlich Stoff für anregende, das geistige Klima des Clubs bereichernde Auseinandersetzungen. Als ausgesprochenen Glücksfall erwies sich die Bereitschaft eines Gründungsmitglieds, in seiner Reha-Klinik ein Clublokal zur Verfügung zu stellen. Hier konnte sich der kontinuierlich auf über 40 Mitglieder angewachsene Club über 40 Jahre hinweg wahrlich „zu Hause" fühlen — und dies bei vorzüglicher Küche zu ausgesprochen moderatem Preis.

Da rotarische Zielsetzungen im Laufe der Jahre auch die weitere Umgebung Bad Wildungens erreichen sollten, regte der Club rotarische Clubgründungen in Korbach / Bad Arolsen sowie Homberg/Efze an, für die er Mitverantwortung übernahm.
Nachdem im Laufe der Zeit die Zahl der aus dem der benachbarten Stadt Fritzlar und ihrem Umland aufgenommenen Freunde deutlich zugenommen hatte, bestand Einvernehmen, den Namen des Clubs um Fritzlar zu erweitern.

Seinem Anspruch nach Pflege internationaler rotarischer Verbindungen kam der Club nach, als es ihm 1975 gelang, zu dem nahe Amsterdam gelegenen Club Wormerver / Krommenie Kontakt aufzunehmen und ein über vier Jahrzehnte hinweg äußerst fruchtbares, von regen Gedankenaustausch begleitetes freundschaftliches Verhältnis zu unterhalten. Leider fand dies im Jahr 2010 auf Veranlassung der jüngeren rotarischen Generation der holländischen Freunde sein Ende. Unbestritten bleibt jedoch, dass unser Club in jenen Jahrzehnten einen bescheidenen, aber gleichwohl wertvollen Beitrag zu einer über die nationalen Grenzen hinausweisenden Verständigung geleistet hat.

Dem großen sozialen Engagement des Clubs ist es zu verdanken, dass über die Jahre hinweg Hilfe für viele unterstützungsbedürftige Einrichtungen und Personen nicht nur in der heimischen Region, sondern auch weit über unser Land hinaus geleistet werden konnte. Anerkennung findet bis heute der im Zwei-Jahre-Rhythmus vergebene und mit jeweils 5.000,-- € dotierte Preis für vorbildliches ehrenamtliches soziales Engagement im Einzugsbereichs des Clubs.

Der wohl bedeutsamste, gleichfalls über Jahrzehnte hinweg mit anhaltender Beständigkeit für die heimische Region erbrachte Beitrag ist gewiss der allmonatlich durchgeführte Seniorennachmittag, der im sozialen Gefüge der Stadt einen unverändert guten Ruf genießt. Dies motiviert immer wieder aufs Neue insbesondere ältere Clubfreunde, die dafür einstehen, dass diese bewährte Einrichtung des Clubs über den 500.  Seniorennachmittag hinaus aufrecht erhalten bleibt.

Ein für die Clubgeschichte bedeutsames Ereignis und deshalb dankbar zu erwähnen ist die für das rotarische Jahr 1978/79 erfolgte Berufung unseres Freundes Friedrich - Wilhelm von Loewenstein zum Governor des Distrikts 1820.

Von Anbeginn seines rotarischen Wirkens an war der internationale Jugendaustausch ein besonderes Anliegen des Clubs. Dabei konnten auch Jugendliche aus der heimischen Region in nahezu allen Erdteilen für ihre persönliche und berufliche Entwicklung hilfreiche Erfahrungen sammeln.

Rotary würde seinem Anspruch nicht gerecht, erführe die Pflege freundschaftlicher Verbundenheit seiner Club-Mitglieder nicht immer wieder neue Impulse. Dazu tragen regelmäßige Zusammenkünfte in kleinen Gruppen („Clübchen") bei wechselnder Zusammensetzung ebenso bei, wie beliebte Wanderungen durch den benachbarten Nationalpark sowie von jeweiligen Clubpräsidenten initiierte Tagesreisen zu interessanten Zielen unseres Landes.

Dr. Albrecht Lückhoff
Montag, 6. Februar 2012/admin
Letzte Änderung: 10.05.12/web716


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